Sie brauchen eine Website, wenn Besucher vor allem Informationen lesen und Kontakt aufnehmen. Sie brauchen eine Web-App, wenn sich Menschen anmelden und mit eigenen Daten arbeiten, etwa Termine, Bestellungen oder Dokumente verwalten. Viele kleine Betriebe brauchen zuerst eine Website und höchstens eine kleine App-Funktion. Dieser Ratgeber hilft bei der Entscheidung.
Der Unterschied in einfachen Worten
Beides öffnet sich im Browser und sieht deshalb von außen ähnlich aus. Der Unterschied liegt darin, was der Besucher dort tut.
- Eine Website informiert. Jeder Besucher sieht dieselben Seiten: Leistungen, Preise, Öffnungszeiten, Kontakt. Er liest und ruft dann an, schreibt oder bucht.
- Eine Web-App lässt Menschen arbeiten. Jeder Nutzer sieht nach der Anmeldung seine eigenen Daten. Er legt etwas an, ändert es und speichert es. Online-Banking, ein Webmail-Postfach und ein Buchungssystem sind Web-Apps.
| Punkt | Website | Web-App |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Informieren und Anfragen gewinnen | Nutzer erledigen Aufgaben |
| Inhalt | Für alle gleich | Für jeden Nutzer anders |
| Anmeldung | Meist keine | Meist nötig |
| Gespeicherte Daten pro Nutzer | Wenig, etwa ein Formulareintrag | Viel: Konten, Bestellungen, Dateien |
| Aufwand für den Bau | Geringer, oft Wochen | Höher, oft Monate |
| Aufwand im Betrieb | Gering | Dauerhaft: Sicherheit, Backups, Support |
Die Grenze ist nicht scharf. Eine Website mit Buchungstool ist eine Website mit einem App-Teil. In diesem Mittelfeld landen viele kleine Betriebe.
Beispiele aus kleinen Betrieben
Eine Website reicht für:
- Einen Malerbetrieb, der Leistungen, Fotos früherer Arbeiten und ein Anfrageformular zeigt.
- Ein Restaurant mit Speisekarte, Öffnungszeiten, Anfahrt und Telefonnummer.
- Eine Steuerkanzlei, die Team, Leistungen und ein Kontaktformular vorstellt.
Eine Website mit fertigem Tool passt für:
- Einen Friseursalon, der einen bestehenden Online-Buchungsdienst einbindet.
- Eine Bäckerei, die Vorbestellungen über ein Standard-Shopsystem annimmt.
- Eine Trainerin, die Kursplätze über einen Ticketdienst verkauft.
Eine Web-App ist sinnvoll für:
- Eine Reinigungsfirma, deren Kunden sich anmelden, ihren Plan sehen, Termine ändern und Rechnungen herunterladen.
- Eine Werkstatt, in der Mitarbeiter Aufträge, Teile und Stunden am Tablet erfassen und das Büro alles sofort sieht.
- Einen Großhändler, dessen Geschäftskunden nach der Anmeldung ihre eigenen Preise sehen und mit zwei Klicks nachbestellen.
Zwei der drei App-Beispiele lösen ein internes Problem. Viele nützliche Web-Apps bekommt die Öffentlichkeit nie zu sehen. Sie ersetzen eine Tabelle, die zu groß geworden ist.
Fünf Fragen, die entscheiden
- Müssen sich Nutzer anmelden? Wenn niemand ein Konto braucht, brauchen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Website.
- Sieht jeder Nutzer andere Daten? Eigene Bestellungen, Termine oder Dokumente sprechen für eine Web-App.
- Legen Nutzer Daten an oder ändern sie, die gespeichert werden müssen? Ein Kontaktformular zählt nicht. Ein Kunde, der eine wiederkehrende Bestellung bearbeitet, schon.
- Gibt es einen Ablauf mit mehreren Schritten und Regeln? Zum Beispiel: Anfrage, Freigabe, Einplanung, Rechnung. Regeln bedeuten Logik, und Logik bedeutet App.
- Gibt es dafür schon ein fertiges Produkt? Wenn ja, nutzen Sie es zuerst. Eine eigene Entwicklung lohnt sich nur, wenn die Standardtools wirklich nicht passen.
So lesen Sie Ihre Antworten:
- Überall Nein: eine Website.
- Ja nur bei Frage 5, oder ein bis zwei Ja, die ein Standardtool abdeckt: eine Website mit eingebundenem Tool.
- Ja bei den Fragen 1 bis 4 und kein passendes Produkt: eine Web-App.
Kosten, Zeit und Pflege
Eine Web-App ist keine größere Website. Sie ist eine andere Art von Projekt.
- Die Planung dauert länger. Für eine Website listen Sie Seiten auf. Für eine Web-App beschreiben Sie, wer was in welcher Reihenfolge tun darf und was passiert, wenn etwas schiefgeht.
- Das Testen dauert länger. Jede Rolle und jeder Weg durch die App muss ausprobiert werden.
- Sicherheit wiegt schwerer. Sobald Sie Kundenkonten und personenbezogene Daten speichern, sind Sie für deren Schutz verantwortlich. In der EU gilt dafür die DSGVO, in der Schweiz das Datenschutzgesetz.
- Sie ist nie ganz fertig. Nutzer wünschen Änderungen, Browser ändern sich, Software braucht Updates. Planen Sie ein Budget für die Zeit nach dem Start ein.
Als grobes Bild: Eine einfache Website ist oft in wenigen Wochen fertig, eine Web-App braucht je nach Umfang oft einige Monate. Das sind keine festen Werte. Preisspannen und Kostentreiber finden Sie im Ratgeber Was kostet eine Website.
Klein anfangen: ein vernünftiger Weg
Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie nicht mit der größten Variante. Diese Reihenfolge hält das Risiko klein:
- Eine klare Website bauen. Sie bringt Anfragen und zeigt, wonach Kunden wirklich fragen.
- Fertige Tools ergänzen. Buchung, Shop, Zahlung und Newsletter gibt es als Produkte mit Monatsgebühr. Testen Sie sie einige Monate.
- Aufschreiben, wo die Tools scheitern. Sammeln Sie konkrete Fälle: "Kunden können einen Serientermin nicht selbst verschieben."
- Nur diesen fehlenden Teil bauen. Eine kleine Web-App für eine klare Aufgabe ist günstiger und sicherer als eine große für alles.
Bevor Sie Angebote einholen, beschreiben Sie die Aufgabe mit einem Satz pro Nutzergruppe:
[Wer] soll [was tun] können, damit [Ergebnis]. Heute läuft das über [Telefon, E-Mail, Tabelle] und kostet etwa [Zeit] pro Woche.
Wenn Sie diesen Satz nicht ausfüllen können, ist es für eine Web-App zu früh. Wenn doch, haben Sie den Anfang eines guten Briefings. Astranode entwickelt beides, Websites und Web-Apps, individuell und mit schriftlichem Festpreisangebot vor Beginn.
Eine Website informiert, eine Web-App lässt Nutzer mit eigenen Daten arbeiten. Beginnen Sie mit Website und fertigen Tools und lassen Sie nur den Teil individuell bauen, den kein Standardprodukt abdeckt.