Wenn eine Website Besucher hat, aber keine Anfragen bringt, liegt es meist an einem von drei Punkten: Es kommen die falschen Besucher, das Angebot ist unklar oder der Weg zum Kontakt ist zu mühsam. Alle drei Punkte können Sie an einem Nachmittag selbst prüfen. Dieser Ratgeber führt Sie der Reihe nach durch.
Zuerst prüfen: Wer besucht die Seite überhaupt?
Bevor Sie etwas an der Website ändern, schauen Sie, woher die Besucher kommen. Öffnen Sie Ihr Statistik-Werkzeug oder die Google Search Console und beantworten Sie drei Fragen.
- Auf welchen Seiten landen die Leute? Wenn die meisten Besuche auf einen alten Blogartikel zu einem Randthema gehen, wollten diese Leser nie etwas bei Ihnen kaufen.
- Mit welchen Suchbegriffen kommen sie? Ein Malerbetrieb in Kassel braucht keine Besucher aus ganz Deutschland, die nur eine Farbtabelle suchen.
- Sind es echte Menschen? Bots und Ihre eigenen Aufrufe lassen eine kleine Seite lebendiger aussehen, als sie ist.
Wenn die Besucher nicht passen, ist die Website selbst vielleicht in Ordnung. Dann liegt die Arbeit bei Inhalten und Suchbegriffen, nicht beim Kontaktformular.
Der Fünf-Sekunden-Test
Zeigen Sie Ihre Startseite jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt. Nehmen Sie das Handy nach fünf Sekunden wieder weg. Fragen Sie dann:
- Was macht dieses Unternehmen?
- Wo arbeitet es oder für wen?
- Was wäre der nächste Schritt, wenn Sie Interesse hätten?
Kann die Person nicht alle drei Fragen beantworten, muss der obere Teil der Seite besser werden. Ein guter erster Bildschirm hat eine klare Überschrift, einen ergänzenden Satz und einen Button. Dieses Muster können Sie übernehmen:
Heizungsnotdienst in Kassel, meist innerhalb von 48 Stunden.
Meisterbetrieb. Festpreis vor Arbeitsbeginn.
[Rückruf anfordern]
Vermeiden Sie Überschriften wie „Herzlich willkommen auf unserer Website“ oder „Qualität aus Leidenschaft“. Damit kann ein Besucher nichts anfangen.
Kontakt auf dem Handy einfach machen
Viele Websites kleiner Betriebe werden überwiegend auf dem Smartphone besucht. Testen Sie Ihren eigenen Kontaktweg auf dem Handy, mit mobilen Daten und nicht im Büro-WLAN.
- Telefonnummer: Steht sie oben sichtbar und lässt sie sich antippen?
- Länge des Formulars: Name, Kontaktweg und ein Nachrichtenfeld reichen für eine erste Anfrage. Jedes weitere Pflichtfeld kostet Anfragen.
- Text auf dem Button: „Angebot anfordern“ oder „Rückruf vereinbaren“ ist klarer als „Absenden“.
- Nach dem Absenden: Sieht der Besucher eine klare Bestätigung und erfährt er, wie es weitergeht?
- Funktioniert das Formular überhaupt? Schicken Sie heute eine Testanfrage. Formulare gehen nach Updates oft still kaputt, oder die Nachrichten landen im Spam-Ordner.
Der letzte Punkt kommt häufiger vor, als viele Inhaber denken. Ein defektes Formular sieht genauso aus wie „keine Anfragen“.
Denken Sie auch an den Datenschutz: Ein kurzer Hinweis mit Link zur Datenschutzerklärung gehört unter das Formular.
Vertrauen schaffen mit echten Angaben
Wer Sie nicht kennt, geht mit einer Anfrage ein kleines Risiko ein. Dieses Risiko senken Sie mit echten, nachprüfbaren Angaben.
| Schwach | Besser |
|---|---|
| Gekaufte Fotos mit lächelnden Menschen | Fotos von Ihnen, Ihrem Team und Ihrer echten Arbeit |
| „Faire Preise“ | Eine Preisspanne oder ein „ab“-Preis mit Leistungsumfang |
| Keine Namen, kein Gesicht | Ein Ansprechpartner mit Namen und ein vollständiges Impressum |
| „Viele zufriedene Kunden“ | Echte Bewertungen mit Link zur Quelle |
Veröffentlichen Sie nur Bewertungen und Zahlen, die stimmen. Erfundene Kundenstimmen fallen auf und sind wettbewerbsrechtlich riskant.
Ladezeit und Grundlagen prüfen
Eine langsame Seite verliert Besucher, bevor sie ein Wort gelesen haben. Kostenlos testen können Sie das mit Google PageSpeed Insights. Die üblichen Ursachen sind einfach:
- Sehr große Bilder, die direkt aus der Kamera oder vom Handy hochgeladen wurden.
- Viele Plugins, Pop-ups, Chat-Fenster und Tracking-Skripte, die gleichzeitig laden.
- Günstiges Hosting, das zu Stoßzeiten langsam wird.
Prüfen Sie außerdem, ob die Seite ein gültiges Sicherheitszertifikat hat (die Adresse beginnt mit https), ob kein Pop-up oder Cookie-Banner auf dem Handy den Inhalt verdeckt und ob die Schrift ohne Zoomen lesbar ist.
Schnell antworten, wenn eine Anfrage kommt
Manche Websites bringen durchaus Anfragen, aber die Antwort kommt erst am nächsten Tag und der Interessent hat längst jemand anderen beauftragt. Das fühlt sich an wie „die Website bringt nichts“, das Problem ist aber die Reaktionszeit.
Eine einfache Lösung ist eine automatische erste Antwort. Sie bestätigt den Eingang und nennt einen Zeitpunkt für den Rückruf:
Guten Tag Frau/Herr [Name], vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir haben sie erhalten und rufen Sie heute bis 17 Uhr zurück. In dringenden Fällen erreichen Sie uns unter [Nummer]. Freundliche Grüße, [Ihr Name], [Betrieb]
Das lässt sich in den meisten Formular-Werkzeugen einrichten. Wenn Sie es abgeben möchten, samt Hinweis auf Ihr Handy und höflichem Nachfassen, ist das die Aufgabe von Never Miss a Lead. Braucht die Website selbst einen Neuaufbau, bietet Astranode auch Webentwicklung auf Anfrage an. Wenn Sie bezahlte Besucher auf die Seite schicken wollen, lesen Sie vorher die Landingpage-Checkliste.
Prüfen Sie zuerst die Besucher, dann den ersten Bildschirm, dann den Kontaktweg. Schicken Sie heute eine Testanfrage über Ihr eigenes Formular, denn ein defektes Formular ist das Problem, das sich am günstigsten beheben lässt.